Schillers "Handschuh" auf der Bühne

Auch in diesem Jahr hat die Theater-AG der Unterstufe mit ihrer Leiterin Uta Heim ein ungewöhnliches Projekt auf die Bühne gebracht.

Mit der Inszenierung einer Ballade von Schiller haben sich die jungen Darstellerinnen viel vorgenommen. Wie kann man ein Gedicht dem Publikum näher bringen und verständlich machen??? Eingeladen waren neben den Eltern in diesem Jahr die Siebtklässler, die sich mit diesem Stoff laut Lehrplan befassen sollen.

Eines sei schon vorweggenommen: Es ist der jungen Schauspieltruppe voll und ganz gelungen. Die Begeisterung des Publikums war sogar so groß, dass als Zugabe die Schillersche Ballade im szenischen Spiel vollständig wiederholt werden musste! Da drehten sich die Raubkatzen drohend im Kreis der Arena. Da nahm die Hofgesellschaft mit dem Königspaar und den fein herausgeputzten Hofdamen würdevoll Platz. Da warf das neckische Edelfräulein Kunigunde übermütig ihren Handschuh mitten unter die Raubtiere und der tapfere Ritter Dolorges holte ihn für sie stolz erhobenen Hauptes aus der Gefahr. - Schillers Ende dieses Dramas war es, das die Zuschauer besonders erfreute. Wer die Ballade "Der Handschuh" kennt, erinnert sich sicher auch an diesen überraschenden Schlusss "mit Knalleffekt".

Vor diese Balladen-Inszenierung hatten die Schauspielerinnen (Im Moment ist die Unterstufen-Theater-AG rein weiblich.) in selbst geschriebenen Szenen auf dieses Schauspiel eingestimmt und so das nötige Verständnis für Schillers Text geweckt. In der ersten Szene bereitet sich das Königspaar auf das Fest vor, das zu Ehren des tapferen Ritters Dolorges gehalten werden soll, der sich in einer Schlacht hervorgetan hat. Mit seiner Liebe zu dem oberflächlichen Fräulein Kunigunde scheint er aber in Liebesdingen nicht so erfahren zu sein. Kunigunde und ihre edlen Freundinnen werden dann in der zweiten Szene bei ihren Festvorbereitungen gezeigt. Die schöne Kunigunde ist zwar verliebt in den tapferen Ritter, doch tut sie sich gerne hervor und spielt mit dem Feuer. Schließlich erlebt das Publikum in der dritten Szene einen Ritter Dolorges, der sich ebenfalls für das Fest bereit macht und nur von Kunigunde träumt.

Diese Szenen waren in aktueller Sprache und bereiteten den Boden für die nachfolgende Ballade, die damit keinerlei Verständnisschwierigkeiten mehr bot. Die fantasievolle Ausstattung trug ebenfalls dazu bei. Hierfür gab der Kunstreferendar Herr Buchmann gute Anregungen. Alles in allem ein gelungenes Theatererlebnis, das den Beteiligten ebensoviel Spaß machte wie den Zuschauern.

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